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IBA_Wien startet mit großem Kick-off-Symposium

Die IBA_Wien ist keine übliche Ausstellung, sondern ein mehrjähriger Prozess, in dem der soziale Wiener Wohnbau in Zusammenarbeit mit heimischen und internationalen Fachleuten sowie den BürgerInnen weiterentwickelt wird. Sie wird Wiens Wohnzukunft prägen. Im Rahmen der IBA_Wien werden Lösungen erarbeitet, wie die hohe Wiener Wohn- und Lebensqualität unter den aktuellen Rahmenbedingungen gesichert und ausgebaut werden kann. Für Stadtrat und IBA-Präsident Michael Ludwig ist dabei die Einbindung der Wiener Bevölkerung von großer Bedeutung. „Wir werden insbesondere auch mit Schulen und Universitäten zusammenarbeiten, um neue, zukunftsweisende Quartiers- und Wohnmodelle zu entwickeln“, betonte Ludwig.

Wien verfügt über eine fast 100-jährige erfolgreiche Erfahrung mit sozialem Wohnungsbau, was in dieser Form weltweit einmalig und entsprechend anerkannt ist. Dennoch steht auch Wien angesichts der Auswirkungen globaler Entwicklungen vor ernst zu nehmenden Herausforderungen: Die seit Beginn der 2000er-Jahre jährliche Zunahme der Wiener Bevölkerung erhöht den Druck auf die Errichtung öffentlicher Einrichtungen und auf die Bereitstellung von Wohnraum und die Entwicklung neuer städtischer Quartiere. „Ab 2017 sollen rund 13.000 Wohnungen jährlich errichtet werden. Damit verbunden sind nicht nur die erforderlichen technischen und sozialen Vorkehrungen, sondern auch die anerkannt hohen Qualitätsstandards in Wien werden dadurch auf den Prüfstein gelegt. Angesichts der Herausforderungen wird es nun darauf ankommen, diese Qualitätsstandards neu, innovativ und kreativ zu überprüfen, zu schärfen und weiterzuentwickeln“, erklärte Wohnbaustadtrat Michael Ludwig.

Warum eine IBA_Wien - 5 wichtige Gründe:

  • Leistbares Wohnen: Globale (Wirtschafts-) Entwicklungen wirken sich auch auf Wien aus. Wie können der Wohnbau und die Entwicklung neuer Quartiere einer sozialräumlichen Trennung entgegenwirken? Was bedeutet dies für (halb-) öffentliche Räume in Wohngebieten? Wie kann es gelingen, für eine steigende Anzahl an Menschen mit besonders geringem Einkommen leistbare und qualitätsvolle Angebote in ausreichender Menge, in integrierten Lagen und sinnvoller sozialer Durchmischung anzubieten?
  • Veränderte Altersstruktur: Wien wird jünger und älter zugleich. Neben der Gruppe der jungen Menschen wächst auch die Zahl der älteren und hochbetagten Menschen. Ihnen will die Stadt möglichst lange ein selbständiges und selbstbestimmtes Leben ermöglichen. Bisher ist das mittels unterschiedlicher Modelle sehr gut gelungen. Dennoch wird sich die Frage stellen, wie zeitgemäße Wohnformen für diese Bevölkerungsgruppe aussehen können und welche Möglichkeiten das Generationenwohnen oder andere integrierte Wohnformen bieten.
  • Vielfalt/Partizipation: Wie gelingt es in neuen Stadtquartieren, urbane Vielfalt, hybride Strukturen, lebendige Erdgeschoßzonen und gemischt genutzte, umnutzbare Häuser zu entwickeln? Über das Bauen hinaus geht es hier vor allem um die Auseinandersetzung mit gesellschaftlicher, nutzungsbezogener und auch städtebaulicher/architektonischer Vielfalt im Quartier, um neue Beteiligungsmodelle und Aktivierungsprozesse, um legistische und soziale Innovationen.
  • Architektur: Diese ist ebenso in Veränderung begriffen und muss auf neue Rahmenbedingungen eingehen. Die IBA Wien wird daher eine grundsätzliche Architekturdiskussion abhalten, z.B. zu der Maßstäblichkeit, Körnung und Dichte, der Raumkunst, Materialitäten sowie Standards.
  • Klima & Umweltschutz: Im Wiener Wohnbau werden seit Jahren Standards für energieeffiziente Gebäude gesetzt. Dennoch wird es weiter darum gehen, innovative Beiträge zu erarbeiten und im internationalen Austausch voranzutreiben. Wie gelingt es also, Stadtteile zu schaffen, die mit einer optimalen Energiebilanz errichtet und über die Lebenszeit der Gebäude betrieben werden?

Neue Wege und Lösungen gemeinsam mit den BürgerInnen
Wien widmet sich den neuen Herausforderungen im Rahmen einer Internationalen Bauausstellung. Dabei geht es nicht darum, das umzusetzen, was ohnehin bereits vorgesehen war, sondern ganz bewusst auf Grundlage aktueller Erfahrungen neue Wege und Lösungen zu suchen, ob auf Ebene von Prozessen, Verfahren, Partizipation, Planungen oder baulichen Umsetzungen, die über den Zeitraum der IBA hinaus wirksam und anwendbar sind.

IBA-Talks sollen hochrangige Fachleute aus aller Welt nach Wien bringen, „dr‘IBA reden“ wird Gespräche mit der Bevölkerung organisieren, Unterrichtsmaterialien für verschiedene Schulstufen in die Schulen bringen, die Innovationskraft junger Menschen bei Wettbewerben für Studierende nutzen sowie die Kooperation mit Kunst-und Kulturschaffenden suchen.

Wiener Stadt- und Stadtentwicklungsgebiete im Fokus der IBA
In den vorgesehenen Gebieten wohnen bereits bzw. werden künftig insgesamt 145.000 BewohnerInnen leben.

  • Schwerpunkt Neubau:
    3., Eurogate II, 14., Theodor-Körner-Kaserne, 2/20., Nordwestbahnhof, 21., Neu-Leopoldau, 21., Donaufeld I, 22., Berresgasse, 22., aspern Seestadt Nord, 22., Hausfeld, 23., In der Wiesen Süd, 23., In der Wiesen Ost, 23., In der Wiesen Mitte
  • Schwerpunkt Stadterneuerung:
    10., Peer-Albin-Hansson-Siedlung, 10., Innerfavoriten, 11., Geiselberg/Simmeringer Zentralraum, 15., Stadtteil Rustendorf, 15., Stadtteil Reindorf

Wien als weltweites Kompetenzzentrum für sozialen Wohnbau
Im Präsentationsjahr 2022 schließlich werden die Projekte und Innovationen – etwa im Nordteil von aspern Seestadt, In der Wiesen oder aber auch in erneuerten Wohnvierteln – darunter die aus den 1960er-Jahren stammende Per Albin Hansson-Siedlung Ost – dem interessierten heimischen und internationalen Publikum präsentiert. Dabei sind Einnahmen aus dem Fachtourismus im Umfang von 18 Mio. Euro für die Wiener Wirtschaft zu erwarten.

Wohnbaustadtrat Michael Ludwig abschließend: „Keine andere Metropole verfügt über einen dermaßen großen und hochwertigen sozialen Wohnbau wie Wien, keine andere setzt sich international so engagiert für leistbares Wohnen ein. Mit der IBA soll Wien auch zum europa- und weltweiten Kompetenzzentrum für soziales Wohnen werden.“


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