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Leistbaren Wohnraum für die Zukunft sichern

Rund sechzig Prozent aller WienerInnen leben in einer gefördert errichteten oder einer Gemeindewohnung. Damit verfügt die Stadt Wien über ein breites und besonders stabiles Fundament, das für die Wienerinnen und Wiener leistbares Wohnen und eine hohe soziale Sicherheit bietet. „Diese Wohnungen sind vom Kräftespiel des freien Markts ausgenommen. Wie wichtig das ist, sehen wir mehr als deutlich. Bei vier von fünf Angeboten im Altbaubestand wird deutlich mehr als der gesetzlich zulässige Wert verlangt. Das hat ein umfassendes Screening von Wohnungsinseraten ergeben. Dies bestätigen auch die behördlichen Mietzinsüberprüfungen. Durchschnittlich werden 3,18 Euro pro Quadratmeter zu viel verrechnet“, so Wohnbaustadtrat Michael Ludwig heute, Dienstag, im Rahmen der Rechnungsabschlussdebatte.

Bei insgesamt 2.700 Mietzinsüberprüfungen bei der Schlichtungsstelle wurden die gesetzlich zulässigen Mietvorschreibungen deutlich überschritten. 2016 konnten so den betroffenen MieterInnen 8,5 Millionen Euros wieder rückerstattet werden.

Aufgrund der demographischen Entwicklung, aber auch weltweit wirtschaftlich zunehmend raueren Rahmenbedingungen initiierte Stadtrat Ludwig im vergangenen Jahr die Wiener Wohnbauoffensive.

Mit einer weiteren Bodenmobilisierung und insbesondere durch die zügigere Abwicklung von Widmungs- und Bauprozessen sowie Verfahrensvereinfachungen werden Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen erreicht. Damit werden die notwendigen Voraussetzungen geschaffen, um die jährliche Neubauleistung im Wohnbau von zuletzt rund 10.000 neuen Wohneinheiten, davon etwa 7.000 aus dem geförderten Bereich, um weitere rund 30 Prozent zu steigern. Mit der erfolgreichen Umsetzung des Wohnbaupakets werden wir heuer voraussichtlich rund 9.000 geförderte Wohnungen auf Schiene bringen, 2016 wurden für 7335 Wohneinheiten die Förderzusicherungen erteilt“, so Ludwig.

Leistbarer geförderter Wohnraum sei aber nur dann möglich, wenn es ausreichend Grundstücke zu Konditionen für den geförderten Wohnbau gäbe, stellte Ludwig fest

Nicht Profitmaximierung, sondern die Schaffung leistbaren Wohnraums zählt

„Die oberste Prämisse gilt immer dem Grundsatz, leistbares Wohnen sicherzustellen. Daher: Ja, wir fördern den sozialen Wohnbau! Wir fördern leistbares Wohnen auch durch die Bereitstellung von Liegenschaften zu günstigeren Konditionen. Damit schaffen wir die Grundlage, dass Wohnen in unserer Stadt auch weiterhin für die Wienerinnen und Wiener erschwinglich ist.“ Dass der Stadt dadurch Einnahmen entgehen würden, wie der Rechnungshof feststellt hatte, sei weder neu, noch in irgendeiner Weise verwerflich. Denn letztlich werde genau dadurch die Nachhaltigkeit des sozialen Wohnbaus abgesichert. Es würden damit sogar Kosten, die in einem deutlich höheren Ausmaß auf die öffentliche Hand – in Form von Wohnbeihilfen etwa – zukommen würden, eingespart.

Als Beispiel führte der Wohnbaustadtrat das ehemalige Weisselbad in Floridsdorf an. „Entgegen der Forderungen mancher Parteien haben wir an einen gemeinnützigen Bauträger verkauft und nicht an einen privaten Immobilieninvestor. So konnten 48 leistbare Wohnungen geschaffen werden, und als Mehrwert ist eine städtische Bücherei im Gebäude untergebracht. Bei einem Luxuswohnungsprojekt für wenige Betuchte wäre das wohl nicht gelungen, so Ludwig überzeugt.

Soziale Erbe für die nachfolgenden Generationen sichern

Sanierungsprogramm im Gemeindebau:
Mit 220.000 Gemeindewohnungen ist Wiener Wohnen die größte kommunale Hausverwaltung Europas. Um Wiens Gemeindebauten auch für weitere Generationen lebenswert zu erhalten, setzt Wiener Wohnen enorme Anstrengungen im Bereich der Revitalisierung und Modernisierung unserer Städtischen Wohnhausanlagen. 8 Sanierungsprojekte mit über 2.000 Wohneinheiten konnten im Jahr 2016 abgeschlossen werden. 70 Gemeindebauten befinden sich aktuell in Sanierung, wodurch rund 30.000 BewohnerInnen durch gesteigerten Wohnkomfort und sinkende Heizkosten profitieren. Das Investitionsvolumen für diese Sanierungsleistung beträgt rund 560 Millionen Euro. Allein für die denkmalschutzgerechte Revitalisierung des geschichtsträchtigen Goethehofs inklusive Liftanbau und Ausbau von 121 hochwertigen und dennoch leistbaren Dachgeschoßwohnungen werden 45 Millionen Euro investiert.

Soziale Wohnunungssicherung: aufsuchen, vernetzen, helfen!
2016 bereits projektiert, startete Wiener Wohnen im Februar 2017 mit einem neuen Angebot der Sozialen Wohnungssicherung. Das neu geschaffene Team aus SozialarbeiterInnen geht aktiv auf jene GemeindemieterInnen zu, gegen die bereits eine Räumungsklage wegen offener Mietzinsrückstände eingeleitet wurde. Denn oftmals verabsäumen es die Betroffenen aus Angst oder Scham, sich zeitgerecht und selbstständig über Lösungen und Unterstützungsmöglichkeiten zu informieren. Durch die gezielte Beratung und Vernetzung mit Unterstützungseinrichtungen der Stadt Wien werden den MieterInnen Wege aufgezeigt, wie sie den drohenden Wohnungsverlust doch noch abwenden können. Ein Team aus SozialarbeiterInnen leistet aufsuchende Fallberatung und Weiterleitung von Betroffenen an zuständige Stellen der Stadt Wien. Die erste Bilanz ist ein voller Erfolg: In 102 von 129 Fällen war das neue Service erfolgreich und die Mietverhältnisse konnten gesichert werden. Unter dem Gesichtspunkt der Wohnungssicherung steht Wiener Wohnen zudem laufend in engem Kontakt mit den sozialen Dienststellen und Einrichtungen der Stadt Wien.

„Die soziale Wohnbaupolitik Wiens steht für leistbares und bedarfsgerechtes Wohnen und eine ausgewogene soziale Durchmischung. Diese Grundsätze haben sich mehr als bewährt. Die Wienerinnen und Wiener sind im geförderten Neubau, in der geförderten Sanierung sowie der Individualunterstützung hohe Standards gewohnt. Das gilt es nicht nur zu sichern und den bewährten Weg fortzusetzen, sondern es gilt das Wiener Modell des sozialen Wohnbaus für die Zukunft noch weiter auszubauen“, so Wohnbaustadtrat Michael Ludwig abschließend.


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